Neues von den frühen Kelten

Neues von den 
frühen Kelten 

Prof. Bettina Arnold und Prof. Matthew Murray zu Besuch auf der Heuneburg

 

Mehr als 20 Jahre nach den Ausgrabungen an zwei Grabhügeln der Speckhau-Nekropole, zu der auch der monumentale und weithin bekannte Hohmichele gehört, ist es Anfang Juni soweit: unter dem Titel „Heuneburg I. Forschungen und Berichte zur Archäologie in Baden-Württemberg 29“ werden die Ergebnisse des Forschungsteams um Prof. Bettina Arnold und Prof. Matthew Murray veröffentlicht! Durch die Kombination der archäologischen Fundbilder mit anthropologischen Ergebnissen, stellt das Fachbuch einen wichtigen Meilenstein im Forschungsumfeld der Heuneburg dar. Auf Einladung des Vereins Heuneburg Museum e.V. fand am 30.05.2026 ein Treffen zum Austausch und Auftakt gemeinsamer Projekte in Pyrene-Keltenstadt statt. 

Anthropologie erforscht den Menschen in seinem sozialen und kulturellen Verhalten und ist eines der Fachgebiete von Prof. Arnold und Prof. Murray. Die frühen Kelten der Hallstattzeit (ca. 850 – 450 v. Chr) hinterließen keine Schriftquellen. Das führt dazu, dass heute viele Bereiche ihres Lebens im Dunkeln liegen. Mit Hilfe der Anthropologie und anderer interdisziplinären Wissenschaften gelingt es jedoch immer häufiger, Funde in Relation zu ihrer Verwendung in der frühen Eisenzeit zu setzen. Ein schmackhaftes Beispiel ist das Keltenbier der Adler-Brauerei Hundersingen, dessen Rezept auf die Entschlüsselung eines Kesselrückstandes von ca. 450 v. Chr. durch B. Arnold und ihr Team zugrückgeht. 

Beim Gespräch vor Ort erwies sich die Zusammenarbeit mit dem praktisch orientierten Verein als äußerst fruchtbar. Pius Luib von der Zimmerei und Schreinerei Luib und Restaurator im Zimmererhandwerk, konnte Fragestellungen der Gäste in Relation zu seinem Beruf und den experimentalarchäologischen Ergebnissen seiner Belebungen in Pyrene-Keltenstadt setzen. So ergab sich ein lebhaftes Gespräch zur Holzverwendung im Alltagsleben und auch dem Bestattungskult der frühen Kelten.

Die Damen der vereinseigenen living history Gruppe „Keltengruppe Heuneburg“ erlebten einen motivierenden Austausch zu Tragevarianten ihres Schmuckes, der sich zum Teil erheblich von heutigen Accessoires unterscheidet. Marion Scheffler, Gästeführerin in Pyrene-Keltenstadt, nutzte die Gelegenheit das Konzept ihrer Führung „Wer wir waren, wer wir sind“ im Schein der neusten Forschungsergebnisse gegenprüfen zu lassen. 

 

Neben der Pflege des archäologischen Rundwanderwegs durch den Verein Heuneburg Museum e.V. seit langen Jahren, ist es ein erklärtes, neues Vereinsziel, die Bodendenkmäler im Umfeld der Heuneburg noch besser zu erschließen. Vor Vergabe des Buchtitels lief die Forschungsarbeit von B. Arnold und M. Murray unter dem Namen „A Landscape of Ancestors: Archaeological Investigations in Two Iron Age Burial Mounds in the Speckhau-Hohmichele Group“, auf Deutsch übersetzt und in Kurzform geht es also um eine Landschaft der Ahnen. Um der vielschichtigen Verlinkung gerecht zu werden, wurde nach dem ersten Austausch eine Kooperation entschieden, die vereinsseits von Cornelia Rothenburg (Anthropologin) begleitet wird. Details hierzu werden in Kürze hier auf unserer Vereinshomepage veröffentlicht.

Foto: Thomas Homer Hruby

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