
Besuch der aktuellen
Grabung des Landesamts
für Denkmalpflege in
Riedlingen am 23.07.26
Spannender als jeder Krimi war das Fazit der 20 Mitglieder des Vereins Heuneburg Museum e.V., nachdem Jörn Heimann, Grabungstechniker beim LAD, sie über die Funde der Grabkammer von Riedlingen ins Bild gesetzt hatte.
Aktuell steuert das vierte Grabungsjahr seinem Höhepunkt entgegen. Diese fortgeschrittene Situation, die guten Erhaltungsbedingungen der hölzernen Grabkammer und die Hinterlassenschaften von zwei antiken Beraubungen - besonders im ehemaligen Raubschacht- resultierten in einem äußerst vielschichtigen, komplexen Gesamtbild.
Ausgehend vom technischen Vorgehen, verstand es J. Heimann zunächst eine Basis an Wissen zu schaffen und dieses chronologisch dem Ablauf der Grabung folgend auszubauen. Dem Staunen über die erstaunlich gut erhaltene Grabkammer selbst folgte handwerkliches Lob für filigrane Pferdchendarstellungen auf einer Grabbeigabe aus Birkenrinde. Mutmaßungen über den groben Umgang mit menschlichen Überresten im Grabungsschacht wurden diskutiert und letztlich resultierte das Gespräch in verzückten Ausrufen der living-history begeisterten Teilnehmer beim Anblick von intakt scheinenden Weidenkörben und der Information, dass aufgrund von Textilfunden die Textilarchäologin Johanna Banck-Burgress hinzugezogen wurde.
Dass einige Funde bereits an ein breites Team aus Spezialisten in den Laboren und wissenschaftlichen Abteilungen weitergeleitet wurden, stellte keineswegs ein Problem dar: überlegt gestaltete Bildwände ließen keine Wünsche offen und luden nach dem offiziellen Part noch zum Verweilen und weiterführenden Gesprächen ein.
Der Verein Heuneburg Museum e.V. bedankt sich ganz herzlich bei dem Team des Landesamts für Denkmalpflege BW unter der Leitung von Dr. Tarpini und ganz besonders J. Heimann und seiner Kollegin für das kurzfristige Einspringen aufgrund eines Krankheitsfalls und die ausführlichen Erklärungen.
Bild: M. Scheffler/Verein Heuneburg Museum e.V.